Aktuell wird wieder Druck auf die EU ausgeübt, die CO2-Grenzwerte für neu zugelassene Autos ab 2035 doch nicht auf null sinken zu lassen. Und damit Verbrenner zu „retten”.
Es lohnt sich deshalb zwei Dinge zu tun: 1. uns zu vergegenwärtigen, weshalb die Grenzwerte festgelegt wurden und 2. zu betrachten, welche Alternativen es gibt.
1. Auch wenn die Klimakrise manchen aus dem Blick gerät – das Klima eskaliert weiter. Was uns erwartet, wenn wir so weitermachen, ist eine Welt, in der nur noch ein Teil der Menschheit überleben
kann. Der Verkehrssektor ist mit dem Gebäudesektor einer der beiden Bereiche in Deutschland in denen die Emissionen kaum sinken. 2035 neu zugelassene klassische Verbrenner würden 10-15 Jahre
weiter im System bleiben – und in der Zeit für weitere Emissionen sorgen. Die Lösung im Verkehr ist einfach: die Umstellung auf Elektromobilität kann die Emissionen stark
reduzieren. Der Strom wird durch die erneuerbaren Energien jedes Jahr sauberer. Wer also Freude daran hat, dass der Klimawandel nicht noch härter zuschlägt als ohnehin schon zu erwarten
und lieber Menschen als Motoren rettet, sollte sich über jede vermiedene Tonne CO2 freuen.
2. Die „Alternativen”:
Plug-in-Hybrid – Batterie mit kleiner Reichweite plus Verbrennungsmotor. In der Praxis werden laut EU-Daten aus Bordmessgeräten die Fahrzeuge meist im Verbrennermodus bewegt. Das
hilft wenig.
Wasserstoffmotor – ein Motor verbrennt statt Ölprodukten Wasserstoff, keine Abgase, also klimaneutral. Wasserstoff per Elektrolyse aus erneuerbaren Energien herzustellen ist
3x energieintensiver, als den Strom direkt in ein E-Auto zu laden. Es gibt fast keine Tankstellen.
E-Fuels – und der Verbrennungsmotor kann bleiben. Allerdings ist es 6x energieintensiver mit erneuerbarem Strom aus Wasserstoff E-Fuels herzustellen. Entsprechende Preise wären
zu erwarten. Nennenswerte Produktionskapazitäten sind zukünftig nicht zu erwarten.
Für ein Problem, dass jetzt gelöst werden muss, wirkt eine Politik mit der Forderung nach Technologieoffenheit verquer. Diese bewusste Verunsicherung hilft nicht. Zumal sich eine Lösung weltweit
aus einer Technologieoffenheit heraus etabliert hat: das E-Auto. Viele neue und auch günstige Modelle mit guter Reichweite kommen aktuell und in Kürze auf den Markt. Ein Gebrauchtwagenmarkt
existiert. Das E-Werk baut regional in unserer Region die Ladesäulen immer weiter aus und vielerorts kann man zuhause laden. Dazu kommt, dass in der E-Mobilität weiterhin Entwicklungssprünge zu
erleben sind. Auch an eine Elektrifizierung des Lastverkehrs und ÖPNVs war vor wenigen Jahren kaum zu denken – heute sind wir schon mitten drin. Der Verbrennungsmotor ist – so gute Dienste er
auch geleistet hat – aus heutiger Sicht ineffizient und eine schnutzige, veraltete Technologie. Worauf sollte man jetzt noch warten?
Quelle Vergleich alternative Antriebe: Spiegel
