Das Mittelzentrum hat 2024 den Wärme-Kälte-Plan vorgestellt

 

Durch die Heizung fällt ca. 70% des Energieverbrauchs im Haushalt an. Daher ist die Frage der Wärmeversorgung ein entscheidender Faktor auf dem Weg zur Klimaneutralität und bei der Entstehung von Treibhausgasemissionen. Aktuell wird in unseren Gemeinden ein Großteil der Heizungsanlagen fossil betrieben. Viele Häuser befinden sich außerdem in einem schlecht isolierten Zustand. Kostbare Energie geht verloren.

Um den fortschreitenden Klimawandel einzubremsen will Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2040 klimaneutral werden. Ein Ziel, dass 2025 nur noch 15 Jahre entfernt liegt. Betrachtet man die Lebensdauer einer Heizung von mindestens 20 Jahren wird klar, dass heute keine Öl- oder Gasheizung mehr neu verbaut werden sollte. Das Energiewende- und Klimaschutzgesetz Schleswig-Holstein (EWKG) hat Gemeinden im Land dazu verpflichtet eine kommunale Wärme- und Kälteplanung aufzustellen. 

Im September 2024 wurde im Schloss Reinbek der Entwurf des Wärme-Kälte-Plans für Reinbek, Glinde und Wentorf vorgestellt.

Welche Standorte befinden sich im Bereich eines bereits bestehenden oder zukünftig möglichen kommunalen Wärmenetzes, an das man den eigenen Haushalt anschließen lassen könnte? Wer muss sich selbst um eine klimaneutrale Wärmeversorgung, z.B. eine Wärmepumpe, kümmern? 

Eine Erkenntnis aus der Vorstellung des Plans ist, dass die Mehrheit der Haushalte sich selbst um eine Lösung bemühen muss. Nur ein Teil liegt in Gebieten, die in den nächsten Jahren für mögliche Wärmenetze vorgesehen sind. Diese Wärmenetze sind verpflichtet bis 2040 eine klimaneutrale Wärme zu liefern. In der vorliegenden Planung (siehe Link unter dem Text) sind die jeweiligen Bereiche zu finden, die sich eignen würden. Generell lässt sich sagen: je geringer die Siedlungsdichte, desto weniger kommt ein kommunales Wärmenetz infrage. Und das gilt für die meisten Standorte im Gebiet des Mittelzentrums. Deshalb: Wir sollten uns alle dringend mit dem Thema Heizung beschäftigen. 

 

Inzwischen ist auch klar: Das Gasnetz wird nicht einfach auf Wasserstoff umgestellt. Das ist technisch nicht möglich, grüner Wasserstoff wird in diesen großen Mengen auch zukünftig nicht zur Verfügung stehen – und ist für die Anwendung Wärme einfach zu teuer. In den allermeisten Fällen wird die Wärmepumpe, die klimafreundlich aus Strom und Umweltenergie ihre Wärme gewinnt, die zukunftsfähige und beste Lösung.


Weitere Informationen zur Wärme-und Kälteplanung:

https://www.reinbek.de/unsere-umwelt/klimaschutz/kommunale-waerme-und-kaelteplanung-fuer-das-mittelzentrum-reinbek-glinde-wentorf-bei-hamburg


Wärmepumpen: BürgerInnen aus der Region berichten über ihre Erfahrungen

Viele BürgerInnen stehen jetzt und in den nächsten Jahren vor der Entscheidung die Heizung auszutauschen. Die Wärmepumpe ist ein Heizungssystem mit Zukunft. Bei einer Heiztechnik, die noch für viele neu ist kann es hilfreich sein von Erfahrungen aus der Region zu hören. Auch wenn die Technik schon ausgereift ist und weltweit millionenfach eingesetzt wird. 2025 werden Wärmepumpen in Deutschland mit bis zu 70% (maximal förderfähig 30.000 € je Wohneinheit) gefördert:

 

30% Basisförderung

20% Klimageschwindigkeitsbonus für selbstgenutzte Wohneinheiten: Austausch von Heizungen, älter als 20 Jahre
30% Einkommensbonus für selbstgenutzte Wohneinheiten und einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 40.000 €
5% Effizienzbonus (bei Wärmequelle Wasser, Erdreich, Abwasser oder natürliches Kältemittel)


Praxisbeispiel: Kay Schönberg
„Weniger fossile Brennstoffe verbrauchen, laufende Energiekosten senken und eine hohe Versorgungssicherheit.”

Mittelreihenhaus in Glinde
Baujahr 1980, 148 qm, keine Fußbodenheizung
5kW Luft-Wasser-Wärmepumpe, Einbau Februar 2025 
Einsatz für Wärme (Warmwasser über Durchlauferhitzer)

 

Download
Praxisbeispiel Wärmepumpe Kay
Wärmepumpe Bestandsimmobilie Mittelreihenhaus Glinde
2507_Praxisbeispiel Wärmepumpe_Kay.pdf
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Energieeffizienz in Haus und Wohnung: wir Bürger*innen sind gefragt.

 

Das Klimaschutzkonzept der Stadt Reinbek aus dem Jahr 2017 hat es benannt: Über ein Viertel der verbrauchten fossilen Energie wird durch private Haushalte verbraucht. Das ist ein gewaltiger Betrag. Im Referenzjahr 2014 wurden lediglich 1,4 % des in Reinbek verbrauchten Stroms und 6 % der Wärme lokal erneuerbar erzeugt. Es liegen leider keine aktuelleren Werte vor, doch diese Werte dürften sich bis 2025 deutlich positiv verändert haben, denn inzwischen sind ca. 1.500 Solaranlagen zugebaut worden und auch Wärmepumpen werden Jahr für Jahr mehr. 

Die Notwendigkeit den Verbrauch fossiler Energien einzudämmen ist groß. Bei der eigenen Immobilie haben wir es in der Hand: wir können etwas verändern. 76 % der Immobilien in Reinbek sind Einfamilienhäuser. Dementsprechend hat ein großer Teil unserer Bürger*innen selbst Gestaltungsmöglichkeiten. Aber auch Mieter*innen können einiges zur Energieeinsparung beitragen.

Die Integration erneuerbarer Energien hat sich in den letzten Jahren verändert. Heute kann Strom günstiger auf dem eigenen Dach produziert werden, als er durch das Netz bezogen wird. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Solaranlagen als wirtschaftlich mit Kostenvorteilen. Es lohnt sich also doppelt. Zusätzliche Speichermedien, die gerade in den letzten Jahren wesentlich günstiger geworden sind, können helfen den am Tag geernteten Strom auch abends zu nutzen. Solarthermieanlagen unterstützen die Wärmeaufbereitung im Haus. Wärmepumpen bieten große Potenziale als zukunftsweisende Technik. Eine gute Dämmung, ob Dach, Fenster, Türen oder Wände ist in jedem Fall sinnvoll und spart jede Menge Energie.

 

Klar ist: alte Öl- und Gasheizungen müssen so schnell wie möglich ausgetauscht werden, um CO2-Emissionen zu reduzieren.

Einige Beispiele zur Reduzierung der Energiekosten:

Sofortige Maßnahmen
•    Innenraumtemperatur senken
•    den Anbieter wechseln (Ökostrom und Ökogas)
•    Energieeffiziente Geräte einsetzen, Stromfresser aussortieren
•    Standby-Modus Geräte abschalten, Abschaltsteckdosen verwenden
•    Unnötige Lichter abschalten
•    LED-Technik einsetzen
•    Kleiner statt größer: Fernseher, Kühlschrank, Anlage etc.

Kurzfristige Maßnahmen
•    das Verbrauchsverhalten ermitteln und ändern
•    die Haustechnik optimieren, hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage
•    Energieberater einsetzen Ist- und Soll-Situation ermitteln

Mittelfristige Maßnahmen
•    Energieberatung (wird gefördert)
•    je nach Ergebnis einer Energieberatung Dachdämmung, Fenster- und Türenerneuerung, Dämmung Mauerwerk, Integration Solarthermie (Wärme) und Photovoltaik (Strom), Speicher Strom, Pufferspeicher Wasser, Wärmepumpe (Luft- oder Bodenwärmepumpe)

Die Klimaschutz-Initiative Sachsenwald möchte Hilfestellung geben und Wege in eine klimaverträgliche Zukunft auch im Gebäudebereich fördern. Je eher desto besser. Sprechen Sie uns gerne an.

Kontakt: [email protected]

 


Beratungsangebote der Verbraucherzentrale

Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet viele Beratungs-Services rund um das Thema Energie sparen und und Gebäudecheck an. Auch für Bürger*innen aus Schleswig-Holstein. Viele der Angebote sind kostenlos. Die kostenpflichtigen Leistungen werden transparent aufgelistet. Klicken Sie einfach einmal rein:

http://www.vzhh.de/energie/3472/beratungsangebot-energiesparen-klima-energierecht-bauen-wohnen.aspx